Erfasst, verfolgt, vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

Die Wanderausstellung der DGPPN wurde in Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors erstellt und bereits von mehr als 280.000 Menschen besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde, war sie national und international an vielen Standorten zu sehen.

Die Ausstellung wurde bisher in verschiedenen Einrichtungen wie Parlamenten, Gedenkstätten, Kongressen oder Kliniken präsentiert und stellt häufig mithilfe eines Begleitprogramms einen konkreten Bezug zu der jeweiligen Region her.

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Bei der Selektion der Patienten wurde der vermeintliche „Wert“ des Menschen zum leitenden Gesichtspunkt. Ärzte, Pflegende und Funktionäre urteilten nach Maßgabe von „Heilbarkeit“, „Bildungsfähigkeit“ oder „Arbeitsfähigkeit“ über die ihnen Anvertrauten. Dabei fand die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung auffälliger, störender und kranker Menschen innerhalb des damaligen Anstalts- und Krankenhauswesens statt.

Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt. 

Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere. 

Impressionen

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Eröffnung der Wanderausstellung im Deutschen Bundestag, Berlin 
© Deutscher Bundestag/Achim Melde

Nationalratspräsidentin Doris Bures in Wien
© Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

Sächsischer Landtag, Dresden
© DGPPN

WPA Regional Congress in Osaka, Japan
© DGPPN

Gedenkstätte KZ Osthofen / Landtag Rheinland-Pfalz, Mainz
© DGPPN

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Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider

Uniklinik RWTH Aachen
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
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Telefon: 0241 80896-33
fschneider@ukaachen.de