Der Bundesrat hat heute dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) zugestimmt. Die DGPPN fordert, die Psychiatrie in die Reform der Krankenhausversorgung mit einzubeziehen, denn aus Sicht der Fachgesellschaft braucht es auch in der psychiatrischen Versorgung strukturelle Reformen. Vor allem sollten Globalbudgets für psychiatrische Kliniken flächendeckend Teil der Regelversorgung werden.
Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung am 27.03.2026 dem KHAG zugestimmt, nachdem der Bundestag das Gesetz schon am 6. März verabschiedet hatte. Damit wurde vom Gesetzgeber nun Planungssicherheit für einen Teil des Krankenhaussektors geschaffen. Die Psychiatrie ist jedoch auch weiterhin vom KHAG ausgenommen. Die DGPPN weist daher mit Nachdruck daraufhin, dass eine Krankenhausreform ohne die Psychiatrie nur eine halbe Reform ist.
Gerade in der stationären psychiatrischen Versorgung besteht dringender Reformbedarf. Angesichts massiver Kostensteigerungen braucht es tragfähige strukturelle Reformen. Aus Sicht der DGPPN gehören dazu vor allem mehr Flexibilität in der Versorgung, weniger Bürokratie und eine Finanzierung, die sektorenübergreifende Behandlung tatsächlich ermöglicht.
Die Präsidentin der DGPPN, Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, wird konkret: „Die Fakten sind hinlänglich bekannt, ebenso wie mögliche Lösungen: Globalbudgets für die psychiatrische Krankenhausversorgung sind hier das richtige Mittel, um für mehr Flexibilität und weniger Bürokratie zu sorgen. Zusätzlich führen Globalbudgets auch zu einer höheren Behandlungszufriedenheit - bei gleichzeitig geringeren Kosten.“
Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank betont: „Globalbudgets sind vor allem in der Krankenhauspsychiatrie der richtige Weg, um das Prinzip ‚ambulant vor stationär‘ zu realisieren. Der Gesetzgeber sollte dieses erprobte und wirksame Werkzeug bei der Umsetzung der Gesundheitsreformen nicht aus dem Blick verlieren.“
Die DGPPN hat vor diesem Hintergrund gegenüber der FinanzKommission Gesundheit, deren Bericht in der nächsten Woche erwartet wird, und dem BMG in mehreren Gesprächen auf die Notwendigkeit der Einführung von Globalbudgets hingewiesen. Mit Blick auf die anstehenden gesundheitspolitischen Weichenstellungen fordert die Fachgesellschaft, die Psychiatrie bei allen weiteren Reformschritten einzubeziehen, um der psychischen Gesundheit in der Gesetzgebung endlich auch den Stellenwert einzuräumen, den sie in der öffentlichen Wahrnehmung schon lange hat.