15.09.2015 | PRESSEMITTEILUNG

Konzept eines Budgetbasierten Entgeltsystems vorgelegt

Aktuell wird für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch das Krankenhaus ein neues Entgeltsystem entwickelt. Im vergangenen Jahr wurde die Optionsphase des Pauschalierenden Entgeltsystems Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) um zwei Jahre verlängert. In dieser Zeit will das Bundesministerium für Gesundheit Alternativen und mögliche Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der Versorgung prüfen. Nun haben 16 wissenschaftliche Fachgesellschaften und Verbände ein gemeinsames Konzept für eine zukunftsfähige Lösung vorgelegt: das Budgetbasierte Entgeltsystem.

PEPP steht bei Patienten, Ärzten, Pflegekräften und Ökonomen seit vielen Monaten in der Kritik: Menschen mit psychischen Erkrankungen bedürfen besonders dann, wenn sie wegen einer akuten und schweren Erkrankung auf die Behandlung im Krankenhaus angewiesen sind, des besonderen Schutzes unserer Gesellschaft. Doch gerade diese grundlegende normative Aufgabe vermag das PEPP-System nicht zu leisten, da es einseitig auf Preis und Wettbewerb fokussiert und die Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen zu wenig berücksichtigt. 

Deshalb hat nun ein Zusammenschluss von 16 Fachgesellschaften und Verbänden gemeinsam ein Konzept für die Entwicklung und Einführung eines grundsätzlich alle Behandlungssettings und Fachgebiete umfassenden Entgeltsystems erarbeitet und dem Bundesgesundheitsministerium übergeben. Grundlegendes Prinzip ist die Trennung von krankenhausindividueller Budgetfindung auf der Basis von evidenzbasierten merkmalsbezogenen Modulen einerseits und der Abrechnung in Form von Abschlagszahlungen auf das vereinbarte Budget andererseits. Damit wird die Erfüllung der notwendigen Aufgaben in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung in den Vordergrund gestellt und nicht die am Preis und Wettbewerb orientierte Einzelleistung.

Das Konzept des neuen Entgeltsystems verfolgt den Anspruch, die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen entsprechend deren besonderen Bedürfnissen zu gewährleisten und gleichzeitig eine sachgerechte und an der Qualität orientierte Weiterentwicklung der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung zu fördern. Der Vorschlag entspricht den Zielen, die im Krankenhausfinanzierungsgesetz formuliert sind, und überführt das aktuell in Entwicklung befindliche PEPP-System in ein leistungsorientiertes transparentes Budgetsystem.

Das Konzept eines Budgetbasierten Entgeltsystems wird im Rahmen des 1. Nationalen Forums für Entgeltsysteme in der Psychiatrie und Psychosomatik (Berlin, 28. und 29. September 2015) in einer Pressekonferenz vorgestellt. 

Die 16 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Verbände repräsentieren gemeinsam den gesamten Bereich der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie mit über 8000 stationär tätigen Ärzten und über einer Million Behandlungsfälle pro Jahr.

Die unterzeichnenden Verbände

  • Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte psychiatrischer und psychotherapeutischer Kliniken an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland (ackpa)
  • Arbeitskreis der Krankenhausleitungen Psychiatrischer Kliniken Deutschlands
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Bundesarbeitsgemeinschaft leitender Mitarbeiter/innen des Pflege- und Erziehungsdienstes kinder- und jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser
  • Bundesdirektorenkonferenz – Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (BDK) 
  • Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie (BFLK)
  • Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK)
  • Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP)
  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS)
  • Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)
  • Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie (LIPPs)
  • Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Fachgruppe Psychiatrie (VKD)

zum Konzept eines Budgetbasierten Entgeltsystems

Kontakt

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DGPPN-Geschäftsstelle 
Reinhardtstraße 27 B I 10117 Berlin

Telefon: 030 2404772-11
pressestelle@dgppn.de

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und
Nervenheilkunde e. V.

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