Die DGPPN gedenkt mit tiefem Mitgefühl den Opfern und Hinterbliebenen des Holocaust. Millionen Menschen erlitten während des Nationalsozialismus unvorstellbare Leiden durch systematische Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung – auch die deutsche Psychiatrie war daran beteiligt. Die Fachgesellschaft nimmt den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum Anlass, ihre Verpflichtung zu bekräftigen, die Erinnerung zu bewahren und aus ihr zu lernen: Sie setzt sich entschlossen für eine Gesellschaft ein, in der Menschlichkeit, Toleranz und Respekt unverrückbare Grundpfeiler sind.
Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), betont die Bedeutung des Gedenktags für die Fachgesellschaft: „Dieser Gedenktag ruft uns unsere eigene Geschichte in Erinnerung. Das finsterste Kapitel der Psychiatrie in Deutschland darf nicht in Vergessenheit geraten, sondern soll uns für alle Zeit Mahnung sein. Wir erkennen die Verantwortung an, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung und für Solidarität und Menschlichkeit einzustehen. Die Grausamkeiten des Holocaust dürfen sich niemals wiederholen.“
2010 bekannte sich die DGPPN zur historischen Verantwortung des Berufsstands der Psychiaterinnen und Psychiater während des Nationalsozialismus. Der damalige Präsident der Fachgesellschaft Prof. Dr. Frank Schneider setzte eine unabhängige Kommission ein, um die Verbrechen an psychisch erkrankten Patientinnen und Patienten aufzuarbeiten. Er kritisierte zudem das langjährige Schweigen und die fehlende Anerkennung der Opfer und entschuldigte sich im Namen der deutschen Psychiatrie bei allen Opfern und ihren Hinterbliebenen für dieses Versagen. Die Vertreterinnen und Vertreter des Faches mahnte er, die unantastbare Menschenwürde als Maxime ärztlichen Handelns stets zu respektieren.
Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet am heutigen Mittwoch, den 28. Januar 2026 um 11 Uhr am Gedenk- und Informationsort T4 in der Tiergartenstraße 4 in 10785 Berlin eine Kranzniederlegung statt.
Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde legen vor Ort zur Ehrung des Gedenkens einen Kranz nieder.