30.11.2025 | Pressemitteilung

Verleihung der DGPPN-Preise: Würdigung herausragender Leistungen

Mit einer Reihe von Preisen zeichnet die DGPPN jedes Jahr herausragende Arbeiten und Projekte aus, die einen neuen Zugang zu psychischen Erkrankungen, ein neues Verständnis von Diagnostik und Therapie sowie mehr Wissen über Ursachen und Entstehung vermitteln. Die Preise werden auf dem DGPPN Kongress verliehen, haben ein Gesamtvolumen von rund 110.000 Euro und gehen an anerkannte Forschende, wissenschaftlichen Nachwuchs, Medienschaffende, Vertreterinnen und Vertreter besonderer Versorgungsmodelle sowie Projekte oder Gruppen, die sich für die Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen engagieren. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die Verleihung der Wilhelm-Griesinger-Medaille der DGPPN.

Wilhelm-Griesinger-Medaille der DGPPN

Mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Wilhelm-Griesinger-Medaille, würdigt die DGPPN in diesem Jahr die Psychiaterin Dr. Maria Rave-Schwank, die über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise zur Weiterentwicklung und Reformierung der Psychiatrie beigetragen hat. Die Medaille wurde ihr im Rahmen der Eröffnung des DGPPN Kongresses durch die Präsidentin Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank verliehen.

Dr. Maria Rave-Schwank erhält die Wilhelm-Griesinger-Medaille für besondere Verdienste rund um die Psychiatrie und Psychotherapie. Die 1935 geborene Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie war Mitglied der Psychiatrie-Enquete und hat die Versorgung und das Selbstverständnis der Psychiatrie in Deutschland entscheidend mitgeprägt. DGPPN-Präsidentin Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank betonte in ihrer Laudatio: „Dr. Maria Rave-Schwanks berufliche Laufbahn ist geprägt von klinischer Exzellenz, wissenschaftlicher Integrität und einem ausgeprägten berufspolitischem Gestaltungswillen. Ich freue mich außerordentlich, sie heute als erste Frau in der Geschichte dieses Preises mit der Wilhelm-Griesinger-Medaille der DGPPN ehren zu dürfen.“

 

DGPPN-Preis zur Erforschung von psychischen Erkrankungen

Dieser Preis richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit herausragenden Forschungsarbeiten und zukunftsweisenden Modellen zu bedeutsamen Entwicklungen im Bereich der psychischen Erkrankungen und deren Behandlung beitragen.

Der Preis wird in diesem Jahr an eine Preisträgerin und drei Preisträger verliehen:

  • Prof. Dr. Dr. Kerem Böge | Charité – Universitätsmedizin Berlin
    Schwerpunkt seiner Arbeit: Untersuchung biologischer, sozialer und psychologisch-klinischer Grundlagen komplexer psychischer Störungen – mit besonderem Fokus auf Prävention, Diagnostik und Therapie von psychotischen Störungen
  • PD Dr. Sharmili Edwin Thanarajah | Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main
    Schwerpunkt ihrer Arbeit: Aufklärung grundlegender biologischer Mechanismen psychischer Symptome (Anhedonie, kognitive Defizite) durch Untersuchung der Körper-Gehirn-Interaktionen
  • Prof. Dr. Christian Plewnia | Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) und Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Tübingen  
    Schwerpunkt seiner Arbeit: Forschung zur klinischen Anwendung der Theta-Burst-Stimulation (TBS) - einer neuen, effizienteren Form der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS)
  • Prof. Dr. Jonathan Repple | Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main
    Schwerpunkt seiner Arbeit: Netzwerkmodellierung psychischer Erkrankungen mit dem Ziel, deren neurobiologische Grundlagen besser zu verstehen und personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln

 

DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus

Mit diesem Preis werden originäre und originelle journalistische Arbeiten prämiert, die zur Popularisierung wissenschaftlicher Sachverhalte aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und seelische Gesundheit beitragen.

Der Preis geht dieses Jahr zu gleichen Teilen an die folgenden drei Preistragenden:

  • Jan Schwenkenbecher für seinen Beitrag: „So kämpft man gemeinsam gegen die Depression“ erschienen im Januar 2025 auf ZEIT ONLINE
  • Kristina Klasen für ihren Beitrag: „Vagusnerv – Wie das Hirn zum Herzen spricht“, ausgestrahlt im Mai 2025 auf ARTE
  • Barbara Vorsamer für den Beitrag: „Ich konnte meiner Tochter nicht mehr helfen“, erschienen im September 2024 in der Süddeutschen Zeitung

 

DGPPN-Promotionspreis – Hans-Heimann-Preis

Dieser Preis wird zu Ehren des Schweizer Psychiaters und Psychotherapeuten sowie langjährigen Direktors der Psychiatrischen Universitätsklinik Tübingen Prof. Dr. Hans Heimann (1922–2006) an drei Tandems aus Doktorandin bzw. Doktorand und Betreuungsperson verliehen. Das Preisgeld erhalten jeweils die Promovierenden.

Die folgenden Preisträger-Tandems wurden ausgezeichnet:

  • Dr. Lukas Röll (Doktorand) | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München mit seinem Betreuer Prof. Dr. Peter Falkai | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München für die Promotion zum Thema: „Effekte von aerobem Ausdauersport auf die neuronale Netzwerktopologie bei Schizophrenie“          
  • Dr. Maike Richter (Doktorandin) | Charité – Universitätsmedizin Berlin mit ihrem Betreuer Prof. Dr. Nils Opel | Charité – Universitätsmedizin Berlin für die Promotion zum Thema: “Overcoming the translational roadblock – Leveraging real-world data to predict and improve psychiatric outcome”
  • Dr. Julian Kubon (Doktorand) | Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Tübingen und seine Betreuerin Prof. Dr. Marina A. Pavlova, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Tübingen für die Promotion zum Thema: “Face tuning in female and male individuals with major depressive disorder”    

 

DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Mit diesem Preis werden vorbildliche, zukunftsweisende Projekte, Modelle und wissenschaftliche Untersuchungen der Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu psychiatrischen Behandlungs- und Versorgungsformen ausgezeichnet, die insbesondere die Praxisentwicklung unterstützen. Der Preis wird in diesem Jahr aufgeteilt in einen Hauptpreis und einen Anerkennungspreis.

  • Hauptpreis: Dr. Jacqueline Rixe | Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für ihre Arbeit: „DER MENSCH IM MITTELPUNKT – Der Beitrag von Behandlungsvereinbarungen zur Verhinderung von Zwang und zur Förderung von Partizipation in der Psychiatrie“
  • Anerkennungspreis: Fabian Büker | Universitätsklinikum Münster, LWL-Klinikum Marl-Dortmund für seine Arbeit: „Von der geschlossenen Aufnahme zur offenen Wegbegleitung“      

 

DGPPN-Preis für Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie

Dieser Preis wird an Beiträge vergeben, die zu einem Erkenntnisgewinn für Grundfragen der Psychiatrie und Psychotherapie einerseits und für die Philosophie (Medizinethik, Anthropologie und Wissenschaftstheorie) bzw. für die Geistes- und Sozialwissenschaften andererseits beitragen.

Die diesjährigen Preistragenden sind:

  • Dr. Adrian Kind | Charite – Universitätsmedizin mit der Arbeit: “The faithful response to the comforting delusion objection”
  • Lea Nickel | Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen der Georg-August-Universität mit der Arbeit: „Reden ist Silber, Zuhören ist Gold. Phänomenologische Psychopathologie im Dialog mit epistemischer Ungerechtigkeit.“

 

DGPPN-Best-FV-Abstracts

Mit diesem Preis wurden die besten eingereichten Abstracts für Freie Vorträge auf dem DGPPN Kongress 2025 ausgezeichnet. Die prämierten Forscherinnen und Forscher konnten die ausgesprochen hohe Qualität ihrer wissenschaftlichen Arbeit ganz besonders überzeugend in ihrem Abstract skizzieren.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Paul Belzer und Lara Croizat | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg: „Psilocybin als schnellwirksames Antidepressivum: Sind Neuroplastizität und TrkB der Schlüssel?“
  • Tabea Bernhardt und Steven Peter | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg: „Statine als Booster der Depressionstherapie? PPARα-vermittelte Modulation neuroplastischer Signalwege bei depressionsähnlichem Phänotyp“
  • Guillermo Calvi | Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden: „Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie“
  • Julia Deller | Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Leipzig: „12-Monats-Prävalenz von Partnerschaftsgewalt: Ergebnisse einer deutschlandweiten, repräsentativen Studie“
  • Sarah Kreuzer | Universität Regensburg: “Neurobiological mechanism of action of electroconvulsive therapy”
  • Marc C. Schubert | Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät
    Mannheim, Universität Heidelberg: “Characterizing and refining psychiatric patient representations in large language models“
  • Dr. Gianna Spitta | Charité – Universitätsmedizin Berlin und Dr. Fabian Arntz | Universität Potsdam: “Cannabis and alcohol: patterns of (co-)consumption and implications of the legalization of cannabis in Germany – an ecological momentary assessment study”
  • Dr. Alexander Weuthen | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena: “Muscarinic cholinergic contributions to positive schizophrenia symptoms”

 

Ulrike-Fritze-Lindenthal-Antistigma-Preis

Diesen Preis vergeben DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit. Die Auszeichnung würdigt Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen engagieren. Die Preisvergabe wird ermöglicht durch eine Stiftung aus dem Privatvermögen von Prof. Dr. Jürgen Fritze und seiner verstorbenen Frau Ulrike Fritze-Lindenthal.

Der Preis wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen verliehen an:

  • Deutsche DepressionsLiga e. V. für das Filmprojekt „Expedition Depression“
  • Eintopftheater Münster in Kooperation mit der LWL-Klinik Münster für ein inklusives Theaterprojekt
  • Recovery Deutschland e. V. für das Projekt „Recovery Walk Deutschland”
  • Handwerkskammer Berlin in Verbindung mit IPS/soulspace für das Projekt „Keine Schubladen im Werkzeugkasten – Kooperation zwischen psychiatrischer Klinik und Handwerkskammer für einen stigmafreien Umgang mit psychischen Erkrankungen in der dualen Ausbildung“

 

DGPPN-Posterpreise

Mit ihren Posterpreisen möchte die DGPPN insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und unterstützen. Dieses Jahr wurden zehn Poster und ein E-Poster ausgewählt und prämiert.

Die Preistragenden sind:

  • Bela Bogedain | Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Medizinische Hochschule Hannover: “A socially assistive robot in elderly care – a mixed-Method prospective study on mental well-being and technological acceptance in a nursing home sample”
  • Noa Hartmann | Bezirkskrankenhaus Augsburg, Universität Augsburg: „Auswirkungen pferdegestützter Therapie auf die Selbstwirksamkeit von Patienten mit aversiven Kindheitserfahrungen“
  • Agi Jabby | LVR-Klinik Essen: „Delinquenz und Viktimisierung bei FASD-Betroffenen“
  • Dr. Sarah Mackert | Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Bonn: “Autophagy in stress-related psychiatric disorders: are polyamines a promising new treatment strategy?“
  • Lara Novak | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik Freiburg: “White matter characteristics along fiber tracts in adults with and without autism: insights from diffusion microstructural imaging“
  • Dr. Arvid Pietsch | Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Technische Universität Dresden: „Zielgerichtetes und habitualisiertes Verhalten in einer sequenziellen Planungsaufgabe: eine Verhaltensuntersuchung bei Alkoholabhängigkeit“
  • Elena Riedinger | Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Molekulares Neuroimaging: „Zusammenhang zwischen Ketamin-Metaboliten im Plasma und früher antidepressiver Wirkung bei therapieresistenter Depression“
  • Dr. Johannes Schneider-Thoma | Klinikum Rechts an der Isar der Technischen Universität München: „Akut-Behandlung der Schizophrenie mit Antipsychotika – eine Netzwerk-Metaanalyse westlicher und chinesischer Studien“
  • Bastian Schulzke und Maren Ehmer | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité-Universitätsmedizin Berlin: „RCT zur Wirksamkeit von wassergefilterter Infrarot-Ganzkörperhyperthermie bei Patientinnen und Patienten mit mittelgradiger und schwerer depressiver Episode“
  • Dr. Lea Sophie Sommer | Medizinische Universität Wien, Österreich: „Suizidrisiko und assoziierte Risikofaktoren in einer nationalen Kohorte von Patient:innen mit Krebsdiagnose“
  • Steven Wezel | Universitätsspital Basel, Schweiz: „Additiver diagnostischer Wert in der Erfassung von Krankheitseinsicht in der Frühdiagnostik der behavioralen Variante frontotemporaler Demenz“

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