Die DGPPN hat das PRAGUE-Agreement unterzeichnet. Mit diesem Schritt schließt sie sich einer internationalen Initiative an, die Akteure des internationalen Finanzsystems dazu aufruft, Investitionen in die psychische Gesundheit der Bevölkerung als zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Förderung und Unterstützung zu verankern.
Das PRAGUE-Agreement wurde vom britischen Royal College of Psychiatrists initiiert und auf dem Weltkongress für Psychiatrie in Prag vorgestellt. Es bringt weltweit Fachgesellschaften und Organisationen zusammen, die sich für psychische Gesundheit stark machen. Es fordert Finanziers wie die Kapitalmärkte, die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds dazu auf, nationale Investitionen in die psychische Gesundheit zu erwarten und zu fördern und zur Voraussetzung für Finanzierungen zu machen.
Psychische Erkrankungen beginnen früh: 75 % haben ihren Beginn in Kindheit oder Jugend. Ohne frühzeitige Intervention und Zugang zu evidenzbasierten Behandlungen werden junge Menschen mit schlechter psychischer Gesundheit zu Erwachsenen mit chronischen, rezidivierenden psychischen Erkrankungen. Das verursacht nicht nur großes Leid, sondern auch hohe gesellschaftliche Kosten. Damit ein Land sein Potenzial für Wohlstand maximieren kann, muss es seine Ressourcen aktiv darauf konzentrieren, das Auftreten psychischer Erkrankungen zu verringern und die Versorgung von Betroffenen zu verbessern.
DGPPN-Präsidentin Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank unterstützt die Forderung. „Investitionen in die Psyche der Bevölkerung sind Investitionen in die Zukunft und in den nationalen Wohlstand. Das PRAGUE-Agreement appelliert an die Geldgeber der Welt, finanzielle Anreize zu setzen, damit Länder die psychische Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger priorisieren und Maßnahmen entwickeln, sie zu verbessern. Die DGPPN unterstützt das Abkommen.“
Psychische Erkrankungen machen weltweit 15 % der Krankheitslast aus, trotzdem werden nur 2,1 % der staatlichen Gesundheitsbudgets für die psychische Gesundheitsversorgung bereitgestellt. Eine gute psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung ist ein zentraler Schlüssel für das Wirtschaftswachstum eines Landes.
Das PRAGUE-Agreement wird den weltweiten Akteuren des internationalen Finanzsystems anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels in Davos vorgestellt.