01.12.2018 | Pressemitteilung

DGPPN-Preise 2018: Herausragende Arbeiten und Projekte in den Kategorien Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft ausgezeichnet

Mit einer Reihe von Preisen zeichnet die DGPPN jedes Jahr innovative und herausragende Arbeiten und Projekte aus, die einen neuen Zugang zu psychischen Erkrankungen, ein neues Verständnis von Diagnostik und Therapie sowie mehr Wissen über ihre Ursache, Entstehung und Verbreitung vermitteln. Die Preise mit einem Gesamtvolumen von rund 100.000 Euro wurden auch diesmal im Rahmen des DGPPN Kongresses verliehen. Sie gehen an bereits anerkannte Forscher, aber auch an aufstrebende Nachwuchswissenschaftler, würdigen neue Methoden in der Pflege und ebenso eine entstigmatisierende, aufklärende mediale Berichterstattung bzw. Initiativen auf diesem Gebiet.

Kategorie Wissenschaft

DGPPN-Preis zur Erforschung von psychischen Erkrankungen (Dotierung: 15.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträger: PD Dr. Dr. Hamid R. Noori, Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen
Forschungsschwerpunkt: Die Forschung des Preisträgers ist an der Schnittstelle zwischen Mathematik, Physik, Neuropsychopharmakologie, Elektrophysiologie und Neurobildgebung angesiedelt und verfolgt das Ziel, das Verständnis der vielschichtigen neurobiologischen Prozesse, die psychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen, zu verbessern. Der Preisträger beschäftigte sich dabei u. a. mit der Identifikation von Veränderungen im Neurotransmitterspiegel nach Alkoholkonsum.

DGPPN-Preis: Prädiktive, präventive und personalisierte Medizin in Psychiatrie und Neurologie (Dotierung: 10.000 Euro)
Das Fördergeld für diesen Preis mit einem Gesamtvolumen von 140.000 Euro wurde vom ehemaligen Förderverein „Psychopharmakotherapie e. V.“ an die DGPPN gespendet.

Preisträger 1: Dr. Joseph Kambeitz, Klinikum der Universität München, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Forschungsschwerpunkt: Durch umfangreiche Analysen möchte der Preisträger die Weichen stellen, um die Anwendung von Machine Learning in der klinischen Praxis in Zukunft zu ermöglichen und dadurch die Diagnostik und Therapie von Patienten entscheidend zu verbessern.

Preisträger 2: Prof. Dr. Martin Walter, Eberhard Karls Universität Tübingen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Forschungsschwerpunkt: In seiner Forschung widmet sich der Preisträger der Entwicklung neuer bildgebender Verfahren und deren Anwendung auf Fragestellungen im Bereich der affektiven Störungen. Durch die Beobachtung von funktionellen Veränderungen, die mit dem Glutamatspiegel assoziiert wurden, konnten mögliche Wirkprinzipien neuer Antidepressiva ermittelt und deren Anwendung auf individuelle Patienten experimentell angepasst werden.

DGPPN-Promotionspreis – Hans-Heimann-Preis (Dotierung: 18.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit zu Ehren des Schweizer Psychiaters und Psychotherapeuten sowie langjährigen Direktors der Psychiatrischen Universitätsklinik Tübingen Prof. Dr. med. Hans Heimann (1922–2006) verliehen.

Preisträger-Tandem 1: Dr. Jörg Steinle und Prof. Dr. Peter Gass, Universität Mannheim
Titel der Arbeit: A Runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice

Preisträger-Tandem 2: Dr. Dilara Yüksel und Prof. Dr. Axel Krug, Philipps-Universität Marburg
Titel der Arbeit: Structural and functional brain alterations in patients with major depressive disorder with a focus on polygenic risk and the clinical phenotype

Preisträger-Tandem 3: Dr. Julius Nicolai Meißner und Prof. Dr. Thomas A. Bayer, Universität Göttingen
Titel der Arbeit: Neuropathological and behavioral alterations in two transgenic mouse models of Alzheimer’s disease

Kategorie Versorgung

DGPPN-Preis für Versorgungsforschung in Psychiatrie und Psychotherapie (Dotierung: 10.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträger: Dr. Ulrich Reininghaus, Maastricht University, Department of Psychiatry and Neuropsychology School for Mental Health and Neuroscience Faculty of Health, Medicine, and Life Sciences
Forschungsschwerpunkt: Mit seiner wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung verfolgt der Preisträger das Ziel, Erkenntnisse aus epidemiologischen Studien durch die Entwicklung und Evaluation von mHealth Interventionen für die psychiatrische Versorgung und Verbesserung der öffentlichen psychischen Gesundheit nutzbar zu machen.

DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Dotierung: 5000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträgerin 1: Dr. Kathrin Seifert, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg/Universitätsklinikum Bonn
Projekt: Fototherapeutisches Behandlungsmodell zur künstlerisch-kunsttherapeutischen Behandlung depressiver Patienten

Preisträgerin 2: Corinna Salbach, Hans-Joachim Bretscher und das AGFA-Team, Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Projekt: Gerontopsychiatrische Fachambulanz (AGFA) mit dyadischer Behandlung im häuslichen Umfeld und dem Ziel, stationäre Aufenthalte und medikamentöse Behandlung von dementiellen Menschen zu vermeiden.

Kategorie Gesellschaft

DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus (Dotierung: 2 x 2500, 1 x 5000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträgerin Print 1: Dr. Ines Schipperges
Titel der Arbeit: „Es ist Liebe, nur anders – die Autismus-Serie“, SZ-Magazin, 28.03.18

Preisträgerin Print 2: Ulrike von Leszczynski
Titel der Arbeit: „Eine Krankheit, eine Familie und ein Mord“, Thema: paranoide Schizophrenie, dpa, 14.02.18

Preisträgerin TV: Anabel Münstermann
Titel der Arbeit: „Was stimmt mit mir nicht?“, Thema: Seelische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, ZDF-Magazin Pur+, 20.10.17

DGPPN-Preis für Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie (Dotierung: 6000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit und dem Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik verliehen.

Preisträger 1: Dr. Samuel Thoma (Immanuel Klinik Rüdersdorf) und Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs (Universitätsklinikum Heidelberg)
Titel der Arbeit: Inhabiting the shared world. Phenomenological considerations on sensus communis, social space and schizophrenia

Preisträgerin 2: Dr. Anke Büter (Leibniz Universität Hannover, Institut für Philosophie)
Titel der Arbeit: Epistemic Injustice and Psychiatric Classification

DGPPN-Antistigma-Preis (Dotierung: 10.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit und der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen. Die Jury unter Leitung von Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, wählte folgende vier Gewinner aus Forschung, Wirtschaft, Kultur und dem psychosozialen Bereich aus:

1. Preis: Anti-Stigma-Kampagne Mecklenburg-Vorpommern
Initiator: Landesverband Sozialpsychiatrie e. V.
Kampagne: Plakate und Postkarten mit Botschaften rund um die bessere Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt

2. Preis: Gemeinsam mehr (Er-)Leben – Bierdeckel gegen Vorurteile
Initiator: Psychosozialer Trägerverein Sachsen e. V.
Kampagne: 25.000 Bierdeckel mit gängigen Vorurteilen auf der einen und Fakten und Informationen auf der anderen Seite, verteilt im Raum Dresden

3. Preis: Blaupause – eine Initiative für mentale Gesundheit im Gesundheitswesen
Initiator: PSYrcle-Netzwerk
Kampagne: Sensibilisierung von Arbeitgebern im Gesundheitsbereich für das Thema seelische Gesundheit und konkrete, berufsgruppenübergreifende Präventionsprojekte. Durch Mentoren, Supervisionsgruppen und den direkten Austausch in Online-Foren soll dazu beigetragen werden, die überproportional hohe Erkrankungsrate bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen langfristig zu reduzieren.

Anerkennungspreis: #BreakingTheSilence - Programm zur Destigmatisierung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz
Initiator: Siemens AG
Kampagne: Aufklärung und Ermutigung der Mitarbeiter zu mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen, auch der eigenen. Dazu werden drei Ziele formuliert: Wissensvermittlung, Förderung einer positiven Haltung und Ermutigung zur Unterstützung von betroffenen Mitarbeitern

Weitere

DGPPN Best Paper Award (Dotierung: 2500 Euro)
Auszeichnung in Kooperation mit Springer Medizin für den herausragendsten Beitrag auf dem Gebiet der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in der Fachzeitschrift Der Nervenarzt.

Preisträgerin: Dr. Larissa Ledochowski, R. Stark, G. Ruedl & M. Kopp, Innsbruck (Österreich)
Titel des Beitrags: Körperliche Aktivität als therapeutische Intervention bei Depression

DGPPN-Posterpreise (Dotierung: 5000 Euro) 
Auszeichnung für die besten Poster, die auf dem DGPPN Kongress vorgestellt wurden.

Preisträgerin 1: Julia Bretschneider, Robert Koch-Institut Berlin, Abt. Für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring
Titel der Arbeit: Prävalenzen und Verläufe von Depressionen in der Bevölkerung - Ergebnisse der DEGS1-MH-Studie

Preisträgerin 2: Dr. Kristina Fuhr, Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Titel der Arbeit: Der Einfluss von Therapieerwartungen und Präferenz auf die Wirksamkeit von Hypnotherapie und Kognitiver Verhaltenstherapie bei depressiven Patienten

Preisträgerin 3: Maren Grove, Klinikum der Universität München, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Titel der Arbeit: Empowerment – Entwicklung einer ressourcenorientierten, gruppentherapeutischen Intervention für Menschen mit Fluchterfahrungen und affektiven Erkrankungen

Preisträger 4: Fabian Holzhüter, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar
Titel der Arbeit: Shared-Decision-Making PLUS (SDM-PLUS) - eine cluster-randomisierte, multizentrische Studie zur Implementierung von shared-decision-making in die klinische Routine der Akutpsychiatrie

Preisträger 5: Justin Hudak, Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Titel der Arbeit: Combined functional near-infrared spectroscopy – electroencephalography measurement of post-error behavior allows for sharper contrast between attention deficit hyperactivity disorder and healthy controls

Preisträgerin 6: Isabelle Caroline Ridderbusch, Medizinische Universität Marburg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Titel der Arbeit: NOS1-ex1f-VNTR allelic variation in patients patients with panic disorder and agoraphobia – neural correlates in fear conditioning and extinction in fMRI

Preisträger 7: Dr. Jona Ruben Iffland, Universität Gießen, Klinik für Psychiatrie und Psychiatrie
Titel der Arbeit: Antizipation sozialer und monetärer Belohnung: veränderte funktionelle Konnektivität von an Schizophrenie erkrankten Menschen?

Preisträgerin 8: Dr. Maria Stein, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bern, Zentrum für translationale Forschung
Titel der Arbeit: Neurophysiological correlates of context-dependent inhibition in alcohol use disorder

Preisträgerin 9: Julia Waldenmaier, Universitätsklinikum Rostock AöR, Zentrum für Nervenheilkunde
Titel der Arbeit: Funktionelle Konnektivität des dorsolateralen präfrontalen Cortex als Prädiktor für die Transferleistung des Arbeitsgedächtnisses bei gesunden älteren Menschen

Preisträger 10: PD Dr. David Zilles, Universitätsmedizin Göttingen
Titel der Arbeit: Vagusnervstimulation als Option bei therapieresistenter Katatonie
 

DGPPN-Best-FV-Abstracts (Dotierung: 2000 Euro)
Auszeichnung für die besten eingereichten Freien-Vortrags-Abstracts auf dem DGPPN Kongress

Preisträgerin 1: Nina Roth, Universitätsklinikum Würzburg
Abstract zum Vortrag: De novo Analyse mittels Whole Exome Sequencing in 400 Trios mit schizophrenen Psychosen

Preisträgerin 2: Tina Meller, Philipps-Universität Marburg
Abstract zum Vortrag: Kindheitstraumata und Schizotypie-Ausprägung in einem transdiagnostischen Sample und im Vergleich zu gesunden Kontrollen: Ergebnisse aus der DFG FOR2107

Preisträger 3: Dr. Sven Speerforck, Universitätsmedizin Greifswald
Abstract zum Vortrag: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Erwachsenen: Wissen und Einstellungen der deutschen Allgemeinbevölkerung

Preisträgerin 4: Dhana Wolf, Universitätsklinikum Aachen
Abstract zum Vortrag: Pharmakologische Bildgebung des serotonergen Systems beim Spielen eines gewalthaltigen Computerspiels

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