DGPPN-Zertifikat „Forensische Psychiatrie“

Die DGPPN vergibt an ihre Mitglieder auf Antrag ein Zertifikat „Forensische Psychiatrie“. Die Beschlüsse zu diesem Zertifikat finden sich in der Zeitschrift „Der Nervenarzt“, 2000 (9), S. 763-765.

Mit dem 01.01.2016 werden die Zertifikate auf 5 Jahre befristet verliehen. Danach ist eine Rezertifizierung möglich, um weiterhin die Bezeichnung „Zertifizierter Gutachter der DGPPN“ führen zu können. Die DGPPN empfiehlt die Re-Zertifizierung als Bestätigung der gutachterlichen Qualifikation für alle zertifizierten Gutachter. Zertifikate, die vor 2016 erworben wurden, sind unbefristet gültig. Gültige Re-Zertifizierungen werden in der Gutachterliste hervorgehoben. 

Forensisch-psychiatrische Sachverständigentätigkeit ist eine selbständig ärztlich zu erbringende Leistung. Das DGPPN-Zertifikat vermittelt dazu durch das umfangreiche Weiterbildungscurriculum die notwendigen Fachkenntnisse. Der Sachverständige ist – wie bei jeder anderen ärztlichen Leistung auch – selbst dafür verantwortlich, bei der Gutachtenerstellung die vermittelten Kenntnisse und Standards anzuwenden.

Allgemeine Voraussetzungen
  • Ausgefüllter Zertifikatsantrag (siehe Downloads)
  • DGPPN-Mitgliedschaft
  • Lebenslauf
  • Kopie der Approbation
  • Kopie der Facharztanerkennung für Psychiatrie oder Psychiatrie und Psychotherapie
  • Ggf. Übersicht von wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen
Voraussetzung: theoretische Kenntnisse

Nachweis von mindestens 240 Stunden theoretischer Ausbildung speziell in forensischer Psychiatrie; empfohlen wird etwa folgende Aufteilung:

  • 12 Stunden Grundlagen und Gutachtentechnik
  • 40 Stunden Schuldfähigkeitsbegutachtung, 4 Stunden Jugendrecht
  • 8 Stunden Glaubhaftigkeitsbeurteilung, Opferbegutachtung
  • 4 Stunden Haft-, Vernehmungs-, Verhandlungsfähigkeit
  • 56 Stunden Maßregelvollzug, Kriminaltherapie
  • 40 Stunden Kriminalprognose
  • 12 Stunden Gefängnispsychiatrie (Sozialtherapie, psychische Störungen in Haft etc.)
  • 24 Stunden Zivilrecht
  • 20 Stunden Sozialrecht
  • 4 Stunden Verwaltungsrecht (Disziplinarrecht, Wehrtauglichkeit, Fahreignung)
  • 12 Stunden Rechtspsychologie und Rechtsmedizin

Bitte reichen Sie eine Übersichtsliste Ihrer Weiterbildungsmaßnahmen in forensischer Psychiatrie und Psychologie ein, die alles wesentliche (Themen, Stunden, Veranstalter, Referenten) enthält. Als Anlage legen Sie bitte die Teilnahmebescheinigungen in Kopie bei (gezählt werden Unterrichtsstunden, nicht Zeitstunden).

Hinweis: Bitte keine Zeugnisse einsenden, in denen Ihnen bescheinigt wird, dass Sie alle Voraussetzungen erfüllen. 

Voraussetzung: Gutachten und praktische Tätigkeit

Gutachtenliste
Nachweis von mindestens 70 eigenen psychiatrischen Gutachten, davon etwa 50 Gutachten zu Fragen des Strafrechts (Schuldfähigkeit und Prognose), 20 zivilrechtliche, sozialrechtliche und Gutachten auf weiteren Rechtsgebieten (Betreuung, Fahreignung, etc.); 10 Gutachten auf verschiedenen Rechtsgebieten müssen von einem zertifizierten Psychiater (DGPPN) supervidiert sein.

Bitte senden Sie eine Liste mit 70 anonymisierten Gutachten mit folgender Auflistung (Beispiel.):

Nr. Datum Adreassat Aktenzeichen Fragestellung Delikt Supervisor
1 10.01.2017 LG Hannover 1 Js 14/17 Schuld-fähigkeit Meineid Dr. XY
2 23.11.2016 Sta Hildeshiem 30 Js 153/16 Verhandlungs-fähigkeit Betrug Dr. XY
3 04.10.2016 StVK Kassel 19 StvK 17/16 Totaschlag Totschlag Dr. XY

Die Gutachtenliste gruppieren Sie bitte nach Strafrecht, Sozialrecht, Zivilrecht etc. Der Zertifizierungsausschuss benennt aus dieser Liste 5 anonymisierte Gutachten, die er gerne vollständig zur Einsichtnahme zugeschickt bekommen möchte. Bitte keine 70 Gutachten schicken! Gutachten erst nach Aufforderung senden.

  • Nachweis der praktischen Tätigkeit im Maßregelvollzug bzw. Strafvollzug
    (z. B. Zeugnis vom Chefarzt)

    Ein (1) Jahr klinische Fortbildung in einer zur Weiterbildung ermächtigten Klinik des Maßregelvollzugs oder einer entsprechend ausgewiesenen klinisch-stationären Einrichtung des Justizvollzugs. Alternativ kann die praktische Tätigkeit von mindestens 800 Stunden in einer Maßregelvollzugsklinik bzw. Einrichtung des Justizvollzugs sowie durch den Nachweis weiterer 800 Stunden in der ambulanten oder stationären Behandlung psychisch gestörter Straftäter erworben werden.
Bearbeitungsgebühr

Für die Bearbeitung Ihres Antrages wird eine Gebühr in Höhe von 400,00 Euro erhoben. Nach Antragstellung erhalten Sie eine Rechnung. Nach Zahlungseingang wird Ihr Antrag bearbeitet.

Ein Anspruch auf Rückerstattung bei begründeter Ablehnung des Antrags besteht nicht. Gegen die Ablehnung eines Antrags kann Einspruch eingelegt werden. Gegen eine erneute Ablehnung des Antrags ist kein Einspruch möglich. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung des Zertifikats besteht nicht.

Postadresse

Bitte senden Sie Ihre kompletten Antragsunterlagen möglichst geordnet an:

DGPPN e. V.
Slava Platikanova M.A.
Reinhardtstr. 27 B
10117 Berlin

Eine Einreichung per E-Mail ist ebenfalls möglich: s.platikanova@dgppn.de


DGPPN-Re-Zertifizierung „Forensische Psychiatrie“
Auf Antrag bestätigt die DGPPN die kontinuierliche Fortbildung auf dem Gebiet der forensisch-psychiatrischen Begutachtung durch die Re-Zertifizierung „Forensische Psychiatrie“ für fünf Jahre. 

Voraussetzung: Re-Zertifizierung

Nachweis von 100 Stunden spezifischer forensisch-psychiatrischer Fort- und Weiterbildung zu strafrechtlichen und nicht-strafrechtlichen Inhalten im Verlauf von 5 Jahren. Anerkannt sind Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, die von einem Referenten mit DGPPN-Zertifikat oder Schwerpunktbezeichnung einer Ärztekammer angeboten bzw. verantwortet werden
 

Erforderliche Unterlagen:

  • Ausgefüllter Antrag auf Re-Zertifizierung (siehe Downloads)
  • DGPPN-Mitgliedschaft
  • Auflistung der besuchten Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen (bitte Kopien der Teilnahmenbescheinigungen beilegen)
  • Kopie des DGPPN-Zertifikates „Forensische Psychiatrie“

Für die Bearbeitung eines Antrages wird eine Gebühr in Höhe von 100,00 Euro erhoben. Nach Antragstellung erhalten Sie eine Rechnung. Nach Zahlungseingang wird Ihr Antrag bearbeitet.

Ein Anspruch auf Rückerstattung bei begründeter Ablehnung des Antrags besteht nicht. Gegen die Ablehnung eines Antrags kann Einspruch eingelegt werden. Gegen eine erneute Ablehnung des Antrags ist kein Einspruch möglich. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung des Zertifikats besteht nicht.

Bitte senden Sie Ihre kompletten Antragsunterlagen möglichst geordnet an:

DGPPN e. V.
Slava Platikanova M.A.
Reinhardtstr. 27 B
10117 Berlin

Eine Einreichung per E-Mail ist ebenfalls möglich: s.platikanova@dgppn.de

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Slava Platikanova, M.A.
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Reinhardtstraße 27 B I 10117 Berlin
Telefon: 030 2404772-13
s.platikanova@dgppn.de

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