Psychoedukation

Psychoedukation ist aus der Versorgung psychisch erkrankter Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie zählt heute zu den Grundpfeilern der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. In den wissenschaftlichen Leitlinien wird Psychoedukation als Basis aller Therapieformen für psychische Erkrankungen empfohlen.

Seit 1996 sammelt in Deutschland die Arbeitsgruppe „Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen die unterschiedlichen psychoedukativen Ansätze und arbeitet mit den verschiedenen Experten kontinuierlich an einer konsensfähigen Definition. Dadurch gelang es, einen allgemein akzeptierten Rahmen für die Weiterentwicklung psychoedukativer Konzepte zu schaffen, der mittlerweile nahezu alle Diagnosen umfasst. 2006 kam es zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für Psychoedukation e. V. (DGPE), die 2012 den Referatestatus der DGPPN erhalten hat.

Empowerment im Zentrum

Unter Psychoedukation werden systematische, didaktisch-psychotherapeutische Interventionen verstanden, um Patienten und ihre Angehörigen über die Erkrankung und ihre Behandlung zu informieren, mehr Verständnis und den selbstverantwortlichen Umgang zu fördern und sie bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Im Rahmen einer Psychotherapie bezeichnet Psychoedukation denjenigen Bestandteil der Behandlung, bei dem die aktive Informationsvermittlung, der Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen und die Bearbeitung allgemeiner Krankheitsaspekte im Vordergrund stehen. Die Stärkung der Souveränität der Betroffenen und deren Empowerment gelten heute als ein zentrales Behandlungsziel in der Versorgung. Auch wenn es in den einzelnen Psychotherapie-Schulen unterschiedliche Zugangswege zu den Störungsbildern gibt, steht die laiengerechte Information der Erkrankten bezüglich ihres Beschwerdebildes und den hilfreichen Bewältigungsstrategien außer Frage. 

Im engen Austausch mit der DGPE

Um den Stellenwert der Psychoedukation in der Versorgung multiprofessionell zu verankern, ist die DGPE auf vielen Ebenen aktiv: Seit 2004 führt sie regelmäßig einen eigenen Kongress mit Workshops und Fortbildungsangeboten durch. 2016 ist das „Handbuch der Psychoedukation für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin“ herausgekommen, das Therapeuten einen Leitfaden für nahezu alle relevanten psychischen Erkrankungsbilder bietet. Die DGPE zählt über 100 Mitglieder, die 40 Mitglieder der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe treffen sich zweimal jährlich. Der Vorstand der DGPE berät die DGPPN im Fachreferat bei allen Fragen zu psychoedukativen Interventionen. 

Schwerpunkte
  • Entwicklung fachlicher Leitlinien zur Psychoedukation
  • Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen
  • Veröffentlichung von wissenschaftlichen Informationen
  • Durchführung von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen
Kontakt

Prof. Dr. med. Josef Bäuml

Leiter des Referats

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Klinikum rechts der Isar der TU München
Ismaninger Str. 22 | 81675 München

Telefon: 089 4140-4206
J.Baeuml@lrz.tum.de

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