Die UN-BRK verlangt in ihrem Artikel 25, dass Menschen mit Behinderungen eine gesundheitliche Versorgung in derselben Bandbreite und von derselben Qualität erhalten sollen wie alle anderen Menschen. Darüber hinaus sollen sie solche Leistungen der gesundheitlichen Versorgung erhalten, die sie wegen ihrer Behinderung benötigen. Dies bezieht sich auf Maßnahmen der medizinischen Behandlung, der Gesundheitsvorsorge, der Rehabilitation und der gesundheitsbezogenen Beratung. Sie sollen geschlechtsspezifische Bedarfe berücksichtigen.
Die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen unterschiedlicher Art belegen, dass sie bei der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens, darunter auch psychiatrischer und psychotherapeutischer Angebote, oft verschiedenen Barrieren begegnen. Diese Barrieren umfassen bei weitem nicht nur bauliche Gegebenheiten, sondern insbesondere unzulängliches Verständnis behinderungsbedingter spezieller Bedürfnisse, mangelndes Wissen und Kompetenzen der Angehörigen der Gesundheitsberufe im Hinblick auf die praktischen Anforderungen aus den individuellen Behinderungen.
Die DGPPN möchte die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen verbessern helfen, indem sie dafür geeignete Aktivitäten in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich ergreift.
Die regelmäßige Mitwirkung von Mitgliedern des Referates Intellektuelle Entwicklungsstörung auf der Grundlage intern abgestimmter Schwerpunkte soll die häufig zu beobachtende Lücke in der Vermittlung von einschlägigem Wissen in den Abschnitten der Weiterbildung schließen helfen.
kontinuierlich
Die regelmäßige Mitwirkung von Mitgliedern des Referates Intellektuelle Entwicklungsstörungen soll beitragen, durch Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen zu ausgewählten Themen die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung der Zielgruppe in zu verbessern.
Kontinuierlich
Das Schnittstellenkapitel zu Psychosozialen Therapien bei Menschen mit Behinderungen soll die Besonderheiten im Hinblick auf psychosoziale Therapien unter dem Aspekt der Versorgungserfordernisse darstellen.
kontinuierlich
S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien (Langfassung)
sowie Informationen auf der Rubrik Leitlinien
Die Leitlinie zeigt auf, welche psychosozialen Behandlungsansätze wirksam und hilfreich sind. Die darin aufgeführten Informationen basieren auf wissenschaftlichen Befunden. Darüber hinaus weist diese Information auf relevante Behandlungs-, Beratungs- und Versorgungsangebote innerhalb der deutschen Versorgungslandschaft hin und ermuntert dazu, sich aktiv an der Behandlung zu beteiligen, Entscheidungsprozesse im Behandlungsverlauf aktiv mitzugestalten und erforderlichenfalls nach möglichen regionalen Therapieangeboten zu fragen. Die zugehörige Patienteninformation richtet sich an Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie einer Schizophrenie, Bipolaren Störung, Angst- oder Zwangserkrankung und deren Angehörige.
kontinuierlich
Website für Patientenhinweise der Universität Leipzig
Psychopharmakotherapie bei Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen unter ambulanten Bedingungen erfordert besondere Beachtung fachlicher Gesichtspunkte (u. a. besondere Empfindlichkeiten für Psychopharmaka, Interaktionen mit Komedikationen, Wechselwirkungen mit häufigen Komorbiditäten). Neben diesen pharmakologischen Aspekten verdient die Kommunikation und verbindliche Kooperation mit dem individuellen Patienten, aber auch mit den Alltagassistenten größte Beachtung.
Die Handreichung gibt hierzu jede Ärztin oder jedem Arzt praxisorientierte Hinweise.
Fertigstellung bis Ende 2027
Die erste Fassung des Positionspapiers wurde im Jahre 2007, die zweite Fassung im Jahre 2019 publiziert. Veränderungen der Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens einerseits, fachliche Entwicklungen andererseits machten die Erarbeitung einer dritten Fassung des Positionspapiers Zielgruppenspezifische psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Erwachsenen mit Intellektueller Entwicklungsstörung und zusätzlichen psychischen Störungen – Situation, Bedarf und Entwicklungserfordernisse erforderlich.
Fertigstellung 26.03.2026
Psychische Gesundheit braucht mehr als Diagnosen und Therapieplätze – sie braucht tragfähige Strukturen im Lebensumfeld der Menschen. Doch nach wie vor hängt der Zugang zu passender Hilfe viel zu oft davon ab, wo jemand lebt – und nicht davon, was jemand braucht. Viele Betroffene erleben eine Versorgung, die an regionalen Grenzen scheitert, an Zuständigkeiten zersplittert und häufig nicht dort ansetzt, wo sie tatsächlich greift: im Alltag, im Wohnumfeld, im Berufsleben, in der Familie. Das Hauptstadtsymposium der DGPPN widmete sich am 25. Juni 2025 genau diesem Thema: Wie kann Behandlung und Versorgung umfassend und ausgehend von den Patientinnen und Patienten gedacht werden? Und was braucht es insbesondere für Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Störungen?
Juni 2025
Hauptstadtsymposium 2025 - Hauptstadtsymposien - Veranstaltungen - DGPPN
Im Jahre 2009 hatte die DGPPN die Stellungnahme „Zielgruppenspezifische psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Erwachsenen mit intellektueller Entwicklungsstörung und zusätzlichen psychischen Störungen – Situation, Bedarf und Entwicklungsperspektive“ publiziert. Veränderte gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und neue fachliche Entwicklungen machen eine grundlegende Überarbeitung des Dokuments erforderlich.
Fertigstellung Ende 2019
Von der UN-Behindertenrechtskonvention über das Patientenrechtegesetz, das PsychVVG und das Bundesteilhabegesetz bis zu den Psychisch-Kranken-Hilfegesetzen der Länder: In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Gesetzen erlassen, welche die psychiatrische Versorgungslandschaft nachhaltig verändern werden. Neue, individualisierte Angebote entstehen und flexibilisieren die Hilfeplanung – sowohl im stationären Bereich als auch in der gemeindenahen ambulanten Versorgung. Das DGPPN-Hauptstadtsymposium thematisierte die aktuellen gesetzgeberischen Entwicklungen, die daraus entstehenden Möglichkeiten aber auch die Umsetzungshürden. Die Beiträge beschrieben die notwendige Struktur eines idealtypischen Versorgungssystems funktional und zeigten Best-Practice-Beispiele auf.
November 2017
Programm DGPPN-Hauptstadtsymposium [PDF, 360 KB]
Informationen zur Veranstaltungsreihe DGPPN-Hauptstadtsymposien