23.03.2017 | Pressemitteilung

Weltgesundheitstag: Bewusstsein für Depressionen stärken

Depressionen sind in der Gesellschaft und Arbeitswelt noch immer ein heikles Thema. Aus Angst vor Stigmatisierung verheimlichen viele Betroffene ihre Krankheit zu lange und versuchen, irgendwie weiterzumachen. Dabei lassen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln. Anlässlich des Weltgesundheitstages ruft die DGPPN deshalb zu einem offenen Umgang mit Depressionen auf und fordert stärkeres politisches und gesellschaftliches Engagement für Aufklärung, Prävention, Therapie und Rehabilitation. Für Journalistinnen und Journalisten steht ein facettenreicher Themendienst mit Fakten, Hintergrundbeiträgen und einem Interview bereit.

  • Weltgesundheitstag: Bewusstsein für Depressionen stärken
  • Zahlen und Fakten: Was ist eine Depression?
    „Eine Depression hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun“ Interview mit DGPPN-Präsident Professor Arno Deister
  • Depression 4.0: Online-Therapien sind wirksam
    Wie das Erleben die Gene beeinflusst – Epigenetik und Depression
  • Einladung: Talkrunde mit Experten und Prominenten zum Weltgesundheitstag

Mehr als 320 Millionen Menschen leiden weltweit an einer Depression. Auch in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 8 Prozent der Bevölkerung. Die Krankheit tritt in jedem Lebensalter auf, unabhängig von Geschlecht und sozialem Status. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie chronisch werden. Bei sehr schweren Krankheitsverläufen besteht das Risiko eines Suizids. „Die Depression ist eine Volkskrankheit. Sie wirkt sich auf die gesamte Lebenssituation der Betroffenen aus und belastet auch Familie, Partnerschaft und Freundschaften. Oftmals führt sie zu langen Fehlzeiten bei der Arbeit“, stellt DGPPN-Präsident Professor Arno Deister anlässlich des Weltgesundheitstages fest.

Auch wenn Depressionen in der Bevölkerung heute kein Tabu mehr sind, fällt der Umgang damit immer noch schwer. Viele Menschen gehen mit einer Depression nicht so offen um wie mit einer körperlichen Krankheit wie Diabetes. Sie gilt immer noch als Schwäche, gerade in der Arbeitswelt. Gleichzeitig halten sich viele Vorurteile hartnäckig in den Köpfen der Bevölkerung. Wer an einer Depression leidet, ist nicht bloß traurig und kann sich nicht einfach zusammennehmen. Depressive brauchen professionelle Hilfe.

„Dass der Weltgesundheitstag in diesem Jahr im Zeichen der Depression steht, ist ein wichtiges Signal. Die Krankheit muss auch in Deutschland noch viel stärker ins Bewusstsein von Gesellschaft, Politik und Gesundheitswesen rücken. Insbesondere die aktuelle Versorgungslage bereitet uns Sorgen. 18 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen werden heute in Deutschland gar nicht behandelt. Nur 26 Prozent der Patienten erhalten eine Behandlung, wie sie die wissenschaftlichen Leitlinien empfehlen. Mit Blick auf die Bundestagswahl fordert die DGPPN die Parteien deshalb auf, ihr Engagement für Menschen mit Depressionen zu verstärken und die psychische Gesundheit zu einem zentralen Handlungsfeld zu machen“, so Professor Arno Deister. 

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