15.03.2017 | Pressestatement

Schlafstörungen in der Versorgung größeren Stellenwert beimessen

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit ist. Sie lassen ihren Schlafrhythmus von äußeren Faktoren beeinflussen und achten zu wenig auf die eigenen Bedürfnisse. Auch in der medizinischen Versorgung findet das Thema Schlaf zu wenig Beachtung.

„Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit ist. Sie lassen ihren Schlafrhythmus von äußeren Faktoren beeinflussen und achten zu wenig auf die eigenen Bedürfnisse. Auch in der medizinischen Versorgung findet das Thema Schlaf zu wenig Beachtung. Im Klinik- und Praxisalltag werden schlafbezogene Beschwerden nicht immer routinemäßig abgefragt. Dabei können sich Schlafstörungen ganz erheblich auf die psychische oder körperliche Gesundheit auswirken.

Wir wissen heute, dass Schlafstörungen nicht nur Vorboten oder Begleitsymptome psychischer Erkrankungen sind, sondern auch einen Risikofaktor für Neuerkrankungen darstellen. Bei fast allen Krankheitsbildern können Ein- und Durchschlafstörungen oder Tagesmüdigkeit auftreten. Ganz besonders häufig betroffen sind Patienten mit Depressionen. Aber auch Angststörungen, Demenzen und Abhängigkeitserkrankungen gehen oft mit Insomnien einher. Gleichzeitig gefährden chronische Schlafstörungen auch die körperliche Gesundheit und beeinflussen zum Beispiel den Glukosemetabolismus negativ.

Die Daten des DAK-Gesundheitsreports zeigen, dass Schlafstörungen in der Bevölkerung und im Gesundheitswesen unterschätzt werden. Information und Aufklärung über Schlafstörungen und Risikofaktoren müssen einen noch größeren Stellenwert erhalten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sich die körperlichen und psychischen Ursachen von Schlafstörungen wirksam behandeln lassen und sie sich an ihren Arzt wenden können. Nach einer umfassenden Beratung lässt sich der Weg zu einem besseren und erholsameren Schlaf in vielen Fällen mit einfachen Maßnahmen selbst bereiten.

Gleichzeitig müssen auch die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen noch konsequenter mögliche Schlafstörungen abklären. Werden diese frühzeitig erkannt und ihre Ursachen gezielt behandelt, lassen sich unter Umständen lange Krankheitsverläufe verhindern. Angesichts der erneuten Zunahmen der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen müssen wir dem Thema in der Gesellschaft eine größere Bedeutung beimessen. Ausreichender und qualitativ guter Schlaf ist kein Luxus, sondern eine essenzielle Voraussetzung für körperliche und psychische Gesundheit.“

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