15.11.2022 | PositionspaPier

Klimawandel und psychische Gesundheit

Zusammenhänge – Handlungsbedarf – Lösungen

Steigende Temperaturen und häufigere Extremwetterereignisse, das Artensterben und die zunehmende Verschmutzung von Luft, Böden und Wasser gefährden nicht nur unsere Lebensgrundlagen, sondern auch die psychische Gesundheit. Das psychiatrische Versorgungssystem muss sich auf einen steigenden Bedarf einstellen. Gleichzeitig können die in der Psychiatrie Tätigen einen Beitrag zur Bewältigung der enormen Herausforderungen leisten. Die Task-Force „Klima und Psyche“ der DGPPN hat die Evidenz zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Psyche zusammengefasst und Handlungsempfehlungen für eine klimaneutrale Psychiatrie erarbeitet.

Die wichtigsten Standpunkte auf einen Blick:

 

  • Der Klimawandel und die damit häufiger auftretenden Extremwetterereignisse wirken sich direkt negativ auf die psychische Gesundheit aus. Naturkatastrophen gehen insbesondere mit einem Anstieg von Depressionen, Angst- und Traumafolgestörungen einher.
  • Indirekte Folgen des Klimawandels wie Nahrungsmittelknappheit, ökonomische Krisen, gewaltvolle Konflikte und unfreiwillige Migration stellen zusätzlich massive psychische Risiko- und Belastungsfaktoren dar.
  • Klimaangst und Solastalgie, die Trauer um verlorenen Lebensraum, sind neue psychische Syndrome angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise.
  • Eine nachhaltige Psychiatrie muss sich dementsprechend auf steigenden und veränderten Bedarf einstellen.
  • Psychiatrische Behandlungsprinzipien müssen die Prävention stärker in den Blick nehmen, um das Versorgungssystem insgesamt zu entlasten.
  • Ressourcenverschwendung und CO₂-Ausstoß in psychiatrischem Behandlungsablauf sowie Infrastruktur müssen wahrgenommen und verhindert werden.
  • Psychiatrische Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzepte sollen um die Thematik des Klimawandels erweitert werden, um Fachkräfte, Betroffene und Öffentlichkeit umfassend zu informieren, zu sensibilisieren und zu klimafreundlichem und gesundheitsförderlichem Verhalten anzuregen.
  • Die Auswirkungen des Klimawandels auf die psychische Gesundheit müssen tiefergehend erforscht werden. Die DGPPN wird Förderer.
  • Die DGPPN strebt die Klimaneutralität bis 2030 an und hat sich zu klimaschonenden und energiesparenden Maßnahmen im Bereich der Finanzwirtschaft, in Bezug auf den DGPPN Kongress sowie die DGPPN-Geschäftsstelle verpflichtet. 
     

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