Experimentelle Stimulationsverfahren in der Psychiatrie

Das Interesse an elektrisch basierten Hirnstimulationsmethoden nimmt zu. Denn sie könnten eine Therapieoption sein für Patienten mit schweren psychischen Störungen, die auf andere Behandlungsmethoden nicht ausreichend ansprechen. Das Referat „Experimentelle Stimulationsverfahren in der Psychiatrie“ der DGPPN erforscht Wirkweise, Wirksamkeit und Risiken der Neuromodulation.

Dabei widmen sich die Mitglieder des Referats dem gesamten Spektrum der Verfahren: von der Tiefen Hirnstimulation über Vagusnervstimulation, repetetive transkranielle Magnetstimulation sowie Gleichstromstimulation bis zur Magnetkrampftherapie. Diese Verfahren werden in spezialisierten Zentren oder im Rahmen klinischer Studien angeboten. Auch die Erforschung neuer Aspekte zur bereits etablierten Elektrokonvulsionstherapie sind ein Anliegen des Referats.

Mehr Wissen über neurobiologische Grundlagen

All diese Methoden werden bei zahlreichen psychischen Störungsbildern eingesetzt: affektive Erkrankungen, psychotische Störungen, Demenzen, Abhängigkeitserkrankungen sowie Zwangsstörungen und das Tourette-Syndrom. Experimentelle Stimulationsverfahren werden einerseits möglicherweise dazu beitragen, die Versorgung von Menschen mit bisher therapieresistenten Erkrankungsformen zu verbessern. Andererseits können sie auch helfen, die neurobiologischen Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen besser zu verstehen.

Schwerpunkte
  • Beratung des Vorstands der DGPPN zu wissenschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit experimentellen Stimulationsverfahren
  • Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zur Neuromodulation an der Schnittstelle von Wissenschaft und Patientenversorgung
  • Organisation von Veranstaltungen, etwa im Rahmen von Psychiatrie-Kongressen
  • Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften, insbesondere in Fragen der Weiterbildung und Leitlinienentwicklung
Literatur
  • Sartorius A, Kiening KL, Kirsch P, von Gall CC, Haberkorn U, Unterberg AW, Henn FA, Meyer-Lindenberg A (2010) Remission of major depression under deep brain stimulation of the lateral habenula in a therapy-refractory patient. Biol Psychiatry 67:e9-e1
  • Schlaepfer TE, George MS, Mayberg H (2010) WFSBP Guidelines on Brain Stimulation Treatments in Psychiatry The World Journal of Biological Psychiatry 11:2-18
Kontakt

Prof. Dr. med. Thomas E. Schläpfer

Leiter des Referats

Universitätsklinikum Freiburg
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Hauptstr. 5 | 79104 Freiburg

thomas.schlaepfer@uniklinik-freiburg.de

Prof. (apl.) Dr. Alexander Sartorius

Stellvertretender Leiter des Referats


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5 | 68159 Mannheim

Telefon: 0621 1703-2913
Alexander.Sartorius@zi-mannheim.de

mehr erfahren