Der Beruf Psychiater
Der Psychiater
Der Psychiater als Facharzt ist heute gefragter denn je. Als zuständiger Facharzt kümmert er sich um die umfassende Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Neben dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie gibt es noch den Facharzt für Nervenheilkunde (auch als Nervenarzt bezeichnet). Seit 2003 ist ausschließlich der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer aufgeführt. Derzeit arbeiten ca. 12.000 Ärztinnen und Ärzte im Bereich Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Deutschland.
Ob klinisch tätige oder niedergelassene Psychiater, ärztliche Psychotherapeuten oder forensische Gutachter: Die ganzheitliche Sicht des Menschen, die umfassende Diagnose und Therapie mit ihren Grundlagen in den somatischen, psychosomatischen und sozialen Aspekten ist das besondere Markenzeichen gegenüber den rein somatischen oder den uns verwandten Fächern der Medizin. Hierzu gehören der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Facharzt für Neurologie.
Das Fach Psychiatrie und Psychotherapie
Psychiatrie zählt zu den spannendsten Fächern der Medizin: Den Menschen an der Schnittstelle zwischen Somatik und Seelenleben, in seinen biologischen, psychischen und sozialen Dispositionen wahrzunehmen und zu behandeln, macht diese Disziplin einzigartig innerhalb der Medizin. Seit kurzem stehen dem Fach viele neue Möglichkeiten zur Erforschung der Ätiologie, der Pathogenese und teilweise schon der Diagnostik zur Verfügung. Das Fach bietet somit große Chancen, Menschen mit psychischen Erkrankungen zukünftig noch deutlich besser zu diagnostizieren sowie individuell und optimal zu behandeln.
Berufsfelder des Facharztes
Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie haben vielfältige kurative Arbeitsmöglichkeiten:
- in der klinischen Versorgung,
- der ambulanten Versorgung,
- der Forschung und Lehre oder
- als Fachgutachter.
Als Arbeitsorte stehen Universitätskliniken, Fachkrankenhäuser, psychiatrische Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern oder die Niederlassung in einer ambulanten Praxis zur Auswahl. Darüber hinaus gibt es andere Arbeitsfelder wie z.B. im Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
Arbeitsschwerpunkte innerhalb der Psychiatrie
Das Spektrum der Arbeitsschwerpunkte in der Psychiatrie ist sehr breit und zeichnet dessen Vielfalt. So gibt es Experten im Bereich Psychotherapie, Forensische Psychiatrie, Psychosomatik, Suchtmedizin, Sozialpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Neuropsychiatrie, Schlafmedizin und Allgemeinpsychiatrie. Innerhalb der Psychotherapie gibt es weitere Weiterbildungs- und Arbeitsschwerpunkte: die Verhaltenstherapie, Psychoanalyse/Tiefenpsychologie, Gesprächstherapie oder Gestalttherapie.
Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bietet nach dem Medizinstudium eine umfassende und interdisziplinäre Weiterbildung mit folgenden Teilen:
- 5 Jahre Gesamtdauer
- 3 Jahre stationäre Patientenversorgung
- allgemeiner Psychiatrieteil
- spezieller Psychotherapieteil
- Selbsterfahrung
- 1 Jahr Neurologie
- ggf. 1 Jahr Schwerpunktweiterbildung Forensische Psychiatrie
- max. 1 Jahr Kinder- und Jugendpsychiatrie
und/oder Psychosomatik - max. 2 Jahre im ambulanten Bereich
- 3 Jahre stationäre Patientenversorgung
Das Weiterbildungscurriculum der Bundesärztekammer gibt detaillierte Informationen über die Inhalte der Weiterbildung. Ansprechpartner für Fragen zur Weiterbildung ist das Fachreferat der Young Psychiatrists.