Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
Vergleicht man die medizinische Versorgung in Deutschland mit anderen europäischen oder außereuropäischen Staaten, so erreicht diese einen sehr hohen Standard. Das war nicht immer so. Die Versorgung psychisch Kranker hat sich deutlich verbessert. Diese positiven Entwicklungen sind im Wesentlichen dem Reformprozess zu verdanken, der 1975 durch die „Psychiatrie-Enquête - Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland“ des Deutschen Bundestags angestoßen wurde. Zu den Erfolgen der Psychiatriereformen zählen u.a. der flächendeckende Aufbau von Tageskliniken und Institutsambulanzen sowie der Ausbau des ambulanten Versorgungsangebots, etwa mit sozialpsychiatrischen Diensten, Wohngemeinschaften, Tagesstätten und arbeitsrehabilitativen Maßnahmen. In den Kliniken führte die Psychiatrie Personalverordnung (PsychPV) zu einer erheblichen Verbesserung der qualifizierten Personalausstattung. Die Verkürzung der stationären Aufenthalte von durchschnittlich 65 Tagen 1991 auf 23 Tage 2008 führte zu einer Verringerung der Bettenzahl in den psychiatrischen Krankenhäusern.
Trotz dieser positiven Entwicklung in der ambulant komplementären Versorgung ist die Wiederaufnahmerate in den Kliniken deutlich angestiegen. Nach einer aktuell durchgeführten Umfrage der DGPPN liegt die Auslastung der psychiatrisch psychotherapeutischen Kliniken bei 98 Prozent, während die Finanzierung des Personals aufgrund von gesetzlich vorgegebenen Sparmaßnahmen seit langem schon nicht mehr gewährleistet ist.Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen therapeutische Leistungen bei psychischen Erkrankungen in Anspruch nehmen, ist alles zu tun, um die Versorgungssituation psychisch Kranker in Deutschland zu stabilisieren und die mit der „Psychiatrie-Enquête“ verbundenen positiven Veränderungen auch für die Zukunft zu erhalten.
Integrierte Versorgung – Rahmenkonzepte und Projekte

Nach der Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes sind Rahmenkonzepte und Projekte zur integrierten Versorgung (IV) entwickelt worden. Die zentrale Arbeitsgruppe „Integrierte Versorgung für psychische Erkrankungen“ führt seit 2004 eine Liste mit laufenden Projekten im Bundesgebiet. weiter lesen
Netzwerk Integrierte Versorgung Seelische Gesundheit

Das Netzwerk Integriere Versorgung Seelische Gesundheit, speziell für die Diagnosen Depression und schizophrene Psychosen, ist eine Initiative des Universitätsklinikums Aachen, dem BVDN, der DGPPN, der AOK-Rheinland und weiteren Krankenkassen. Das Netzwerk erstreckt sich über die Stadt und den Kreis Aachen sowie den Kreis Düren. Geplant ist, das Netzwerk auf andere Regionen Deutschlands und auf weitere Diagnosen auszuweiten. weiter lesen
Versorgungsforschung

Durch wissenschaftlichen Fortschritt in der Medizin alleine lässt sich die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht optimieren. Dazu sind auch eine genaue Analyse des Bedarfs sowie ständige Anpassungen der Versorgungsstrukturen und -angebote notwendig. Wichtige Hinweise dazu liefert die Versorgungsforschung. weiter lesen
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