Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Interdisziplinarität ist eine Kernstruktur psychiatrischen Handelns, die alle an der Behandlung wirkenden, professionellen Berufsgruppen einschließt. Die Menschen mit psychischen Erkrankungen sollen einen abgestimmten, systemischen Umgang mit ihren in allen Lebensbereichen wirkenden Beeinträchtigungen erfahren.
Vor 8 Jahren hat die DGPPN begonnen, der Pflege mit einem Satellitenkongress eine Darstellungsmöglichkeit zu geben. Aus einer kleinen Veranstaltung im überschaubaren Rahmen, hat sich eine für die deutschsprachigen Länder zentrale Veranstaltung mit innovativen wissenschaftlichen, theoretischen und fachpraktischen Inhalten entwickelt. 2011 haben 460 Pflegepersonen den Kongress für sich und ihre Aufgaben nutzen können.
Im 9. Jahr der Zusammenarbeit mit der DGPPN begrüßen wir Sie an dieser Stelle als Referat Psychiatrische Pflege der DGPPN, welches durch Stephan Bögershausen und Frank Vilsmeier geleitet wird.
Was ändert sich mit dem Referat für den Kongress, die Pflege und die Zusammenarbeit mit der DGPPN?
Das Referat wird die Psychiatrische Pflege innerhalb der DGPPN vertreten. Neben dem fachlichen Austausch und der weiteren Kongressorganisation für den Track Pflege, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die besonderen Aspekte der Transdisziplinarität und damit die sich entwickelnde Wissenschaft in diesem Fachgebiet zu fördern. Dazu sollen (Forschungs-) Projekte mit den anderen Referaten der DGPPN entwickelt werden. Ferner möchten wir die Professionalisierung der Psychiatrischen Pflege in Zusammenarbeit mit der DGPPN und den psychiatriepflegerischen Berufsverbänden tragfähig unterstützen.
Die Schwerpunkte des Referates sind:
- Koordination der pflegerelevanten Beiträge im DGPPN-Kongress
- Förderung und Entwicklung fachspezifischer, inter- und transdisziplinärer Forschungsthemen
- Wissenschaftliche Evaluation, Förderung und Entwicklung pflegespezifischer Methoden im Hinblick auf eine State of the Art Definition
- Zusammenarbeit mit Initiativen aus dem nicht-pflegerischen Bereich, die sich mit inter- bzw. transdisziplinären Ansätzen in der psychiatrischen Versorgungsstruktur beschäftigen
- Unterstützung der beruflichen Selbstverwaltung
- Zusammenarbeit mit und Förderung von gemeindepsychiatrischen Pflegestrukturen
Inzwischen sind 34 Pflegepersonen aus der Praxis, der Pflegewissenschaft und dem Pflegemanagement dem Referat beigetreten. Diese Zusammenarbeit strahlt bereits mit vielfältigen hoch interessanten Themen auf den Kongress 2012 aus.
Wir möchten schon heute auf drei Besondere Veranstaltungen unseres Fachreferates hinweisen:
Das Symposium Psychiatrische Pflege in der Zeit des Nationalsozialismus soll dazu beitragen, die Rolle der Pflege in diesem Zeitraum näher zu beleuchten. Eine internationale Debatte am Beispiel der Kompetenz zur Suizideinschätzung von psychiatrisch Pflegenden wird die Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse in Europa in den Mittelpunkt stellen. Zur Besonderen Veranstaltung wird auch der Vortrag "A critical reflection on the use of behavior - modification programmes in Forensic Psychiatric Settings" von Dave Holmes aus Ottawa/Kanada werden.
Sie werden alle Veranstaltungen des Referats Pflege unter dem Topic Pflege im Gesamtprogramm aufgeführt finden. Mit dieser Integration in der Darstellung unserer Angebote ist der Wunsch verbunden, dass die Symposien und Workshops über die eigene Berufsgruppe hinaus ein interdisziplinäres Interesse finden.
Die Zukunft der Psycho-Sozialen Medizin, unter Berücksichtigung somatischer Komorbitäten wird auch für die Psychiatrische Pflege zunehmend ein Kernthema. Psycho-Soziale Interaktionen sind in allen präventiven, kurativen und rehabilitativen Aufgabenfeldern psychiatrischer Pflege zu berücksichtigen. Welche Rolle nimmt die Pflege in den jeweiligen ambulanten und (teil-)stationären Ebenen ein? Wie gelingt es, die unter zunehmendem Fachkräftemangel, leistungsbezogener Vergütungsstrukturen und unzureichender Verzahnung der pflegerischen Behandlungsebenen bestehenden und vor uns liegenden Probleme zu bewältigen?
Liebe Kolleginnen und Kollegen aller Professionen,
nur zusammen wird es uns gelingen, die Zukunft der psychiatrischen Versorgung unter gegebenen Rahmenbedingungen zu gestalten. Organisatorisch, fachlich und politisch sind gemeinsam Wege und Mittel zu finden, um die Bedürfnisse der psychisch kranken Menschen durch eine fachkompetente, miteinander abgestimmte und zielorientierte Behandlung zu gewährleisten. Hierzu will die Psychiatrische Pflege ihren Beitrag leisten und lädt sie herzlich zur Teilnahme an den Veranstaltungen des Referats im DGPPN Kongress ein.
Mit freundlichen Grüßen
- Stephan Bögershausen (Lengerich)
- Frank Vilsmeier (Rickling)
- Regula Lüthi (Münsterlingen/Schweiz)
- Reinhard Bachmann (Wien/Österreich)
- Thomas Müller (Lübeck)