DGPPN: Kritik am IQWiG-Abschlussbericht ”Bupropion, Mirtazapin und Reboxetin bei der Behandlung der Depression”
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 24. November 2009 seinen Abschlussbericht ”Bupropion, Mirtazapin und Reboxetin bei der Behandlung der Depression” veröffentlicht und damit für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Darin heißt es, der medizinische Nutzen von Reboxetin sei nicht belegt und hätte demzufolge auch nicht zugelassen werden dürfen. Auch wenn IQWiG bezüglich der Wirksamkeit von Mirtazapin und Bupropion nicht so deutlich wird, so müssten die IQWiG-Ergebnisse auch die arzneimittelrechtliche Zulassung dieser Antidepressiva in Zweifel ziehen. Ein Expertenteam der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) hat nun die Aussagen des IQWiG geprüft. Wie im Falle der gemeinsamen Stellungnahme der DGPPN und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zum IQWiG-Abschlussbericht A05-19C ”Memantin bei Alzheimer Demenz” vom 30. Oktober 2009 sehen die Experten wieder Anlass zur Kritik an der Methodik des IQWiG bei der Untersuchung der Wirkstoffe. Ihre Forderung: Die Zulassungsbehörden, wie etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, müssen die Analysen des IQWiG selbst auf den Prüfstand stellen.