Ausstellung „In Memoriam“ in Italien großer Erfolg
Bezug der Ausstellung für Interessierte kostenlos
Die Ausstellung „In Memoriam“, die an das Leid der Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus erinnert, findet im Ausland großen Anklang. Jüngst wurde die von Professor Michael von Cranach konzipierte Ausstellung in der Casa della Memoria e della Storia in Rom gezeigt. Über 500 Besucher, darunter auch zahlreiche Schulklassen, haben die Ausstellung vom 17. Februar bis zum 6. März 2012 gesehen. Die Eröffnung wurde von einem großen Medienecho begleitet. Überhaupt ist die Rezeption der Ausstellung in Italien positiv. Seit 2003 hat der Verein ANPI, der sich um die Belange behinderter Menschen in Italien kümmert, die Ausstellung an acht wechselnden Standorten gezeigt. Eine ständige Kopie steht im Psychiatrie-Museum Santa Maria della Pietà, einer ehemalige psychiatrische Anstalt. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Übersetzung der deutschen Version.
„Die Ausstellung hat viele Aktivitäten in Gang gesetzt“, freut sich Professor Michael von Cranach. In Italien gibt es immer noch keine umfassende Aufarbeitung darüber, was mit psychiatrischen Patienten in der Zeit des Nationalsozialismus geschah. „Es herrscht die Meinung vor, dass es keine Tötungen von italienischen psychiatrischen Patienten gegeben hat“, sagt von Cranach. Bekannt sei aber, dass es zur Auslieferung von jüdischen Patienten an die deutsche SS gekommen ist. Hier habe man Impulse für Recherchen geben können.
Die deutsche Fassung der Ausstellung „In Memoriam“ wurde bereits 1999 auf dem Weltkongress für Psychiatrie in Hamburg gezeigt und für den DGPPN Kongress 2010 aktualisiert und weiterentwickelt. An Anhand des Schicksals des Jungen Ernst Lossa wird den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus ein Gesicht gegeben. Die Ausstellung kann von DGPPN-Mitgliedern kostenlos angefragt werden. Lediglich die Kosten für Transport und Aufbau fallen an.