15.05.2012
Nachwuchs

Kein Pflichttertial Allgemeinmedizin im PJ

Erfolg der medizinischen Fachgesellschaften in der Entscheidung des Bundesrates vom 11. Mai 2012


Die medizinischen Fachgesellschaften, darunter die DGPPN, haben durch ihre Initiative die Abschaffung des Wahltertials im medizinischen praktischen Jahr verhindern können. Der Bundesrat stimmte am Freitag, den 11. Mai 2012, über die neue Approbationsordnung ab und entschied sich gegen das geplante Pflichttertial Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr. Der Entscheidung waren Anträge aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein vorausgegangen, wonach das bewährte Wahltertial durch einen viermonatigen Pflichtabschnitt in einer allgemeinärztlichen Praxis ersetzt werden sollte. Damit sollte das Fach Allgemeinmedizin gestärkt werden. Auch der Änderungsvorschlag eines Pflichtquartals wurde abgelehnt. Das bedeutet, dass das Praktische Jahr in seiner bestehenden Form erhalten bleibt: vier Monate in der Inneren Medizin, vier Monate in der Chirurgie sowie bislang ein drittes Tertial in einem Wahlfach. In der Diskussion steht nun, eine Pflichtfamulatur in einer allgemeinmedizinischen Praxis durchzuführen. Dadurch bleibt jedoch das Praktische Jahr unberührt. 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) begrüßt die Entscheidung des Bundesrates ausdrücklich. Die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft hatte sich in einer Stellungnahme im März dieses Jahres gegen das Zwangstertial ausgesprochen. Die Sicherstellung von ausreichend Nachwuchs-Ärzten wäre enorm gefährdet worden. Psychiatrische Themen sind im Medizinstudium – gemessen an deren Bedeutung – leider immer noch nicht ausreichend vertreten. Oftmals erfahren Medizinstudierende erstmals im Wahltertial, wie spannend das Fach Psychiatrie und Psychotherapie ist. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung würde so langfristig in eine Schieflage geraten.

Auch zahlreiche andere Fachverbände wandten sich gegen die Einführung des Pflichttertials Allgemeinmedizin. Über 18 wissenschaftliche Fachgesellschaften und Verbände, darunter auch die DGPPN,  forderten gemeinsam mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland in einer Resolution die Politik zum Umdenken auf – mit Erfolg.

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